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RDB 2055 • Literatur     
 

Osteoporose

RDB 2055

Bestimmung der Osteoporose-Risikoallele des Vitamin D Rezeptors und des Collagen Typ 1-Gens


 

Bei der Osteoporose handelt es sich um eine generalisierte Knochenerkrankung, die charakterisiert ist durch eine geringe Knochenmasse und eine gestörte Mikroarchitektur des Knochengewebes. Die Erkrankung führt vor allem bei älteren Patienten sowie Frauen nach der Menopause zu einem erhöhten Frakturrisiko. Die Ätiologie der Osteoporose ist komplex und wird von einer Reihe von Umweltfaktoren wie den Ernährungs-und Trinkgewohnheiten, dem Kalciumgehalt der Nahrung, dem allgemeinen Lebensstill sowie hormonell beeinflusst.

Darüber hinaus gibt es auch eine deutliche genetische Komponente. Untersuchungen an Zwillingen zufolge sind etwa 80% der Variabilität der Knochendichte innerhalb einer Population durch genetische Faktoren verursacht. Die intensive Suche nach genetischen Markern führte zur Identifizierung einiger Gen-Polymorphismen, die assoziiert sind mit einer verringerten Knochendichte und damit einem erhöhten Osteoporose-Risiko.

Typ I Collagen bildet das Hauptprotein der Knochenmatrix und wird kodiert von den Collagen-Genen Typ 1 und 2 (COLIA1 und COLIA2). Mutationen in der kodierenden Region dieser Gene führen zu schweren Formen von Osteogenesis imperfecta.

1996 wurde erstmals ein weit verbreiteter Polymorphismus -der assoziiert ist mit einer reduzierten Knochendichte- im ersten Intron des COLIA1 Gens beschrieben,. Der Polymorphismus liegt in einer regulatorischen Region des Gens, einer Bindungsstelle für den Trankriptionsfaktor Sp1. Am Nukleotid +2046 findet sich ein Basenaustausch von G (Guanin - Allel S) nach T (Thymidin - Allel s). Unter Kaukasiern haben 61,1% den Genotyp SS (homozygot für das Allel S), 36,2% den Genotyp Ss (heterozygot S und s) und 2,7% den Genotyp ss (homozygot s). Das Allel s ist, mehreren Studien zufolge, assoziiert mit einer geringeren Knochendichte und einem erhöhten Frakturrisiko. dies konnte von der Gruppe um Uitterlinden et al in einer großangelegten Studie an1778 postmenopausale Frauen bestätigt werden. Verglichen mit den Frauen mit einem Genotyp SS hatten Frauen mit dem Genotyp Ss im Durchschnitt eine 2% geringer Knochendichte im Oberschenkelhalsknochen und in der Lendenwirbelsäule. Frauen mit dem Genotyp ss hatten eine um 4% geringere Dichte im Oberschenkelhalsknochen und 6% in der Lendenwirbelsäule

1994 beschrieben Morrison und Mitarbeiter einen Polymorphismus im 3´-Bereich des Vitamin D Rezeptor Gens, welcher in Korrelation steht zur Osteoporosedisposition. Nach dieser Untersuchung lassen sich 75% des genetischen Effekts der Variabilität der Knochendichte auf diesen Polymorphismus zurückführen.

Die Sequenzvariation betrifft eine im Intron zwischen Exon 8 und 9 vorhandenen Schnittstelle des Restriktionsenzyms BsmI. Bei Vorhandensein der Schnittstelle liegt das Allel b, bei Abwesenheit das Allel B vor. Unter Kaukasiern haben 36% den Genotyp bb (homozygot für das Allel b), 46% Bb (heterozygot b und B) und 18% BB (homozygot B). Mehreren Studien in unterschiedlichen Populationen zeigten, dass das b-Allel ist mit einer höheren Knochendichte assoziiert ist, der Genotyp BB scheint dagegen mit einem signifikant erhöhten Frakturrisiko assoziiert zu sein.

Die Untersuchung der Risikoallele VDR-B und COLIA1-s dient der frühzeitigen Erkennung einer erblichen Veranlagung zur Osteoporose. Diese Genotypisierung ermöglicht es den Betroffenen sich durch entsprechende Vorsorgemaßnahme vor dem erhöhten Risiko osteoporotischer Frakturen später im Leben zu schützen. Die Genotypisierung vermittelt darüber hinaus auch nützliche Zusatzinformationen zur Osteodensitometrie.


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Literatur

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Genetic aspects of osteoporosis
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Giguere Y, Rousseau F. (2000)
The genetics of osteoporosis: "complexities and difficulties".
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Effect of Vitamin D Receptor Gene Alleles on Bone Loss in Early Rheumatoid Arthritis
J Rheumatol 25: 864-868

Grant SFA, Reid DM, Blake G ... (1996)
Reduced bone density and osteoporosis associated with a polymorphic Sp1 binding site in the collagen type1 gene
Nature genetics 14: 203-205

Morrison NA, Qi JC, Tokita A ... (1994)
Prediction of bone density from vitamin D receptor alleles
Nature 367: 284-287

Pocock NA, Eisman JA, Hopper JL ... (1987)
Genetic determinants of bone mass in adults: a twin study
J Clin Invest 80: 706-710

Uitterlinden AG, Burger H, Huang Q ... (1998)
Relation of Alleles of the Collagen Type I?1 Gene to Bone Density and the Risk of Osteoporotic Fractures in Postmenopausal Women
N Eng J Med 338: 1016-1021
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Methode
Auswertung
Infektion
Humangenetik
  Hämatologie
Faktor-V-Leiden und Prothrombin
  Faktor-V-Leiden, Prothrombin 20210A + MTHFR
  MTHFR
  Hereditäre Hämochromatose
  Immunologie
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  Stoffwechsel
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Osteoporose
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